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Samstag, 27. Dezember 2008

Bienen stoppen Raupen

Gefräßige Raupen können in Gärten und auf Feldern großen Schaden anrichten. Eine raffinierte Methode, um den hungrigen Tieren Einhalt zu gebieten, beschreiben Biologen von der Universität Würzburg in der neuen Ausgabe des Fachblatts "Current Biology". Meist sind es dicke Schmetterlingsraupen, die sich an den Blättern von Kohl, Salat & Co. satt fressen. Aber auch die proteinreichen Raupen selbst sind begehrtes Futter. Unter anderem vor Faltenwespen müssen sie auf der Hut sein.

Das schaffen die Raupen mit feinsten Sinneshärchen: Sie registrieren damit die Luftbewegung, die beim Herannahen einer Wespe durch deren Flügelschlag entsteht. Die Raupen lassen sich dann auf den Boden fallen oder bleiben regungslos sitzen. So sind sie außer Gefahr - denn die Wespen jagen nur Beute, die sich bewegt.

Fliegende Bienen bringen Raupen in Dauerstress

Honigbienen haben in etwa die gleiche Körpergröße und Flügelschlagfrequenz wie Faltenwespen. Die Raupen können mit ihren einfachen Sinneshärchen nicht unterscheiden, ob sich eine gefährliche Wespe oder eine harmlose Honigbiene nähert. Kommen häufig Bienen in ihre Nähe, so bedeutet das für die Raupen ständigen Stress. Die Folge: Sie fressen bis zu 70 Prozent weniger Blattmasse als Raupen, die "bienenfrei" leben. Das haben Jürgen Tautz und Michael Rostás vom Biozentrum der Uni Würzburg gezeigt.

Die Experimente im Käfig

Die Forscher platzierten im Botanischen Garten zwei große Käfige, in denen Paprika und Sojabohnen wuchsen. Beide Käfige bestückten sie mit den Raupen eines Eulenfalters, der bei Gemüsebauern als extremer Schädling bekannt ist. In einem Käfig durften die Raupen ungestört fressen. In den anderen ließen die Forscher Honigbienen einfliegen, die dort eigens für sie platzierte Futterstellen besuchten. Der Flugverkehr störte die Raupen so sehr, dass sie bis zu zwei Drittel weniger Blätter vertilgten als die Raupen in dem anderen Käfig.

Geplant: Versuche im Bio-Landbau

Ob sich Gärtner und Landwirte diesen Effekt zunutze machen können, wollen die Würzburger Wissenschaftler im kommenden Frühjahr testen. "Wir suchen nach einem Bio-Hof, der dazu bereit ist, ein Gemüsefeld auf besondere Weise anzulegen - nämlich schön bunt mit Wildblumen garniert", sagt Jürgen Tautz. Die Blüten sollen vermehrt Bienen anlocken. Ob sich deren Treiben auch im Freiland ähnlich auf Raupen auswirkt wie im Käfig, das wollen die Würzburger Forscher dann genau überprüfen.

Jürgen Tautz und Michael Rostás: "Honeybee buzz attenuates plant damage by caterpillars", Current Biology 18 (24) pp. R1125 - R1126

Weitere Informationen: Dr. Michael Rostás, Mobil (0151) 59255043, ab 7. Januar: T (0931) 888-6223, michael.rostas@botanik.uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Jürgen Tautz, ab 7. Januar T (0931) 888-4319, tautz@biozentrum.uni-wuerzburg.de Weitere Informationen: http://www.beegroup.de Homepage der Beegroup der Uni Würzburg http://www.bot2.biozentrum.uni-wuerzburg.de/wissenschaftforschung/rostas/ Homepage von Michael Rostás

Samstag, 29. September 2007

Genveränderung setzt Pflanzenschutzmittel außer Kraft

Ursachen für rasche Resistenzentwicklung des Apfelwicklers gegen Viruspräparate aufgedeckt
Viruspräparate werden schon seit Jahren als umweltfreundliche und ökologisch unbedenkliche biologische Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Doch wie so oft, ist es den Schädlingen inzwischen gelungen nachzurüsten: Eine Genveränderung macht den Apfelwickler 100.000-fach unempfindlicher gegenüber einem im Ökoanbau bewährten Viruspräparat. Wissenschaftler vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, der Biologischen Bundesanstalt Darmstadt, der Universität Hohenheim und dem Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena haben jetzt herausgefunden, wie diese Virusresistenz bei den Insekten vererbt und weitergegeben wird, was ungewöhnlich rasch erfolgt (Science, 28. September 2007).
Weitere Informationen:
http://goto.mpg.de/mpg/pri/20070926/

Quelle: Pressemitteilung
Genveränderung setzt Pflanzenschutzmittel außer Kraft
Michael Frewin, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
28.09.2007
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news227773

Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie und Biotechnologie, Chemie und Biochemie, Land- und Forstwirtschaft, Medizin und Gesundheitswissenschaften, Ökologie
überregional

Forschungsergebnisse, Publikationen

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